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You are here: Home Contributions to the modernization of vocational education Archive 2006 02 13 Der Konflikt der Kulturen

Der Konflikt der Kulturen

| Posted by Helmut Woll | Permanent Link | Allgemeines

Botho Strauß hat in seinem neuen Essay im Spiegel zur aktuellen Auseinandersetzung Stellung genommen.
Norbert Bolz hat in der Wams dazu eine Gegenposition formuliert.

Der Konflikt (Botho Strauß):

1. Die Muslime sind in einigen europäischen Metropolen bald in der Mehrheit und brauchen dann unsere Toleranz nicht mehr.
2. Östliche Sehnsucht nach einer glücklichen Islamisierung (Nietzsche) entspringt einem antichristlichen Reflex.
3. Integration heißt bei uns Assimilierungsangebote schaffen. Für die Karriere genügen aber eine profane Gesinnung und eine säkulare Lebensform
4. Damit wird der gläubige Christ zu einer Minderheit im doppelten Sinne.
5. Somit wäre die erste Regel für ein friedliches Miteinander, Christen nicht als 'Ungläubige' zu denunzieren. Meinungsfreiheit ist begrenzt im Schutze der Person, dies sollte auch für die Sakralsphäre gelten. Ein Angriff auf die Sakralsphäre sollte daher strafbar sein.
6. Der Islam bezieht seine stärkste Wirkung aus seiner sozialen Integrationskraft. Wir sind dagegen immer stärker auf den Staat verwiesen, wir sind aber auch auf Bindungskräfte angewiesen. Die liberale Welt propagiert Bindungslosigkeit, benötigt aber diese und hofft auf den Staat, der seinerseits sich davon befreit. Hier könnte der sakrale Islam eine Inspirationsquelle sein, da er über eine hohe soziale Integrationspotenz verfügt.
7. In der Konkurrenz mit dem Islam helfen nicht Spott und Satire, sondern wir müssen unsere besten Geistes- und Sinnesgaben aufbieten in der Erneuerung der Kultur.
8. Da wir keine säkulare, sondern eine geistlose Gesellschaft geworden sind, fällt der Dialog schwerer. Dieser führt nicht über die Globaliiserung und Technik, sondern über den Disput der Schriftkulturen.
9. Der Konflikt der Kulturen ist nicht zu lösen, dafür ist er aber fest umrissen. Die herrschende Beliebigkeit ist in eine Krise geraten. Wir müssen lernen, dass die alten Schemata und Abgrenzungen nicht mehr gelten und und uns der aktuellen Realität mit neuen Begriffen stellen.

Anmerkung: Um Missverständnisse zu vermeiden ist es sinnvoll, das Original (Der Spiegel vom 13.2.2006) zu lesen.

Reiter der Anti-Apokalypse (Norbert Bolz)

Norbert Bolz dagegen pladiert für die Vorzüge der modernen Gesellschaft. Diese müssten auch die Fundamentalisten akzeptieren. Die moderne Gesellschaft kann nur eine Religion ertragen, die Spott und Satire akzeptiert. Die Stärke der Moderne bestehe in der Schwäche ihrer Bindungen. Bolz sieht in Weltmarkt, Wissenschaft, Technik und Entertainment die stärksten Waffen des Westens. Der Westen solle selbstbewusst auf seinen Werten beharren, den eigenen Glauben ernst nehmen und es doch klaglos ertragen, wenn andere darüber Witze machen.
(Norbert Bolz, Welt am Sonntag, 26.2.06)


Comments

04.07.2006 14:35 | Posted by Friedel Muders | http://www.fuego.de
Ich meine das auch!
15.02.2006 10:32 | Posted by Sallach
Test

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